1. Der Papst und die EU Drucken

papsteu1798 ist mit der Verhaftung Pius VI. in Europa die 1260 Jahre andauernde Schreckensherrschaft der röm. kath. Kirche beendet worden. Seitdem wird in den europäischen Staaten die Kirche streng vom Staat getrennt. Diese Trennung ist die einzige Möglichkeit zu gewährleisten, dass jeder Mensch seinen Glauben so ausleben kann wie er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

Sobald eine Kirche staatliche Macht erlangt werden ihre Glaubengrundsätze durch staatliche Gesetze geschützt. Dies hat zur Folge dass alle Mensch desen Glaubensgrundsetze denen der Kirche wiedersprechen, unweigerlich mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Diesen Missstand kann man heute noch in zahlreichen Ländern dieser Welt beobachten.

Nach dem Tod Johannes Paul II. lobten viele Politiker ihn und seine politischen Verdienste und sogar mit dem außerordentlichen Aachener Karlspreis wurde er geehrt. Doch sollte man auch einige wichtige Fragen stellen.

Wie sahen seine politischen Verdienste aus und wie kann sich das Oberhaupt einer Institution, welche streng vom Staat getrennt ist, sich dermaßen politisch engagieren, dass er sogar mit Preisen geehrt wurde? Wenn man an seine politischen verdienste denkt, fällt einem meißtens ein, dass ihm der Sturz des Kommunismus in Osteuropa und die Wiedervereinigung Deutschlands zu verdanken wäre.

Bei dieser Gelegenheit sollte einem direkt eine weitere Frage beschäftigen. Wieso dieser Einsatz? Weshalb hat sich der Papst, der aus einem Land kommt, desen Beziehungen zu Deutschland, als Folge des 2. Weltkrieges, immer noch gestört ist, dermaßen viel Energie dafür aufbringen das Deutschland wiedervereint wird?

Aus Nächstenliebe? Weil Jesus uns lehrt nicht nachtragend zu sein und auch seine Feinde zu lieben? Glauben Sie das? Wie bereits erwähnt ist die Kirche vom Staat getrennt. Daher wird in den kontrollierten Massenmedien auch tunlichst vermieden alle Einflüße der Kirche auf die Politik zu erwähnen und wenn doch mal etwas wie der Verdienst der Widervereinigung Deutschlands erwähnt wird, liegt dies an der Motivation, den Menschen vorzuführen, dass die Kirche in der Politik nicht nur Schaden sondern auch gutes bewirken kann und wie sehr sie sich in den letzten Jahrzehnten doch zum guten gewandelt hat.

Um so wichtiger ist es diese wenigen Pressemeldungen genau zu lesen, ohne sich von den positiv formulierten Lobeshymnen ablenken zu lassen. Als Johannes Paul II. denn außerordentlichen Aachener Karlspreis verliehen bekamm, veröffentlichte br-online einen Bericht über weitere Verdienste des Papstes aus denen ich hier einige Auszüge wiedergeben möchte:

In seinem Pontifikat hat Johannes Paul II. die Einheit Europas zu einem der wichtigsten politischen und geistigen Anliegen gemacht. ... In der Enzyklika "Slavorum apostoli" von 1985 entwickelte er die Vision eines Kontinents, der mit seinen "beiden Lungenflügeln" atmen solle.


Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bereiste er von Estland bis nach Bulgarien sämtliche Länder des früheren Ostblocks, die einst von der Sowjetunion dominiert wurden,und warb für eine politische und kulturelle Öffnung nach Europa. In katholisch geprägten Ländern wie Polen, Litauen und der Slowakei trug er dazu bei, Vorbehalte der dortigen Katholiken gegen die "Verwestlichung" zu überwinden. Auf diese Weise wurde er zu einem der wichtigsten Vordenker der EU-Osterweiterung, die in diesem Jahr realisiert wird.

Können Sie sich vorstellen wie die EU heute aussehen würde wenn Deutschland noch zweigeteilt wäre und in Osteuropa der Komunismus herrschen würde? Dieser Bericht sagt deutlich, dass Johannes Paul II. lange vor der EU Osterweiterung den Traum eines vereinten Europas hatte. Nochmal die Frage: War seine Hilfe beim Sturz des Komunismus und der wiedervereingung Deutschlands ein Akt der Nächstenliebe, oder war dies doch nur die einzige Möglichkeit seinen eigenen Traum zu verwircklichen?

Obwohl der Vatikan nicht Mitglied der EU ist, hat sich Johannes Paul II. in den vergangenen Jahren wie kein anderes europäisches Staatsoberhaupt in die Debatte um die künftige EU-Verfassung eingebracht. Seine Forderung, die christlichen Wurzeln Europas ausdrücklich in der Verfassung zu erwähnen, hat er neben dem Einsatz für den Weltfrieden zum wichtigsten politischen Thema in der Spätphase seines Pontifikats gemacht.


Das Konzept einer bloßen "Ausdehnung" der EU nach Osten hat Johannes Paul II. allerdings stets abgelehnt. Stattdessen wirbt er bei seinen Reisen in Mittel- und Osteuropa für eine Beibehaltung der traditionellen Werte. Im Westen wie im Osten hat der Papst den Prozess des Zusammenwachsens mit der Mahnung begleitet, die christlichen Wurzeln der einzelnen Nationen und ganz Europas neu zu entdecken und zu beleben.

Die EU ist ein mehr oder weniger loses Bündniss. Eine gemeinsame Verfassung wäre ein großer Schritt dieses Bündniss zu einem großen Staat zusammen zu führen.


Ich weiß nicht wie Sie es sehen, aber mir drängt sich der Eindruck auf, dass Johannes Paul II. großen Einfluß auf die Entwicklung der EU hatte und seine Bemühungen darauf abzielten das römische Reich wie es im Mittelalter existierte wieder zusammenzufügen versucht.

Wenn von traditionellen Werten und christlichen Wurzeln im Bezug auf die röm. kath. Kirche die Rede ist, müssten ohnehin bei jedem Christen alle möglichen Alarmglocken läuten, denn die röm-kath. Lehren sind zu 99% verfälscht und stehen im vollständigen Widerspruch zu den Lehren der Bibel.

Auf heute.de war am 24.03.2004 folgendes zu lesen:

Sein Wort hat auf der Großbaustelle Europa stets Gewicht gehabt. Und noch heute hallt sein Grollen durch die Hallen des EU-Hauses, wenn es um das Für und Wider eines Gottesbezugs in der Verfassung geht: Papst Johannes Paul II. Er, der Visionär eines ungeteilten christlichen Kontinents, ließ als Wanderprediger die Bauherren des Bolschewismus erzittern und brachte den Eisernen Vorhang ins Wanken. Für seine Verdienste um den europäischen Integrationsprozess wurde Karol Wojtyla am 25. März mit dem außerordentlichen Aachener Karlspreis geehrt.

Sie sehen, der Papst hat viel mehr politsche Macht als die meisten Menschen glauben und er eigentlich haben dürfte. Dennoch findet man darüber nur lobende Berichte in der Presse. Dies war aber nicht immer der Fall. Zwei Jahre nachdem Papst Johannes Paul II. die Mauer zum fallen brachte besuchte er sein Heimatland und kritisierte dort, die Trenunng zwischen Staat und Kirche.

Das Time Magazin vom 17.6.1991:

"Johannes Paul II verurteilte übermäßigen Materialismus, Scheidung, Schwangerschaftsverhütung und die Trennung der Kirche und des Staates."

Dies war auch nicht das erste mal, bereits 10 Jahre vorher kassierte er aus genau dem gleichen Grund starke Kritik.

Das Time Magazin vom 1.6.1981:

"Folglich wurde Johannes Paul II. von liberalen und gemäßigten Politikern und Zeitungen kritisiert die Grenze zwischen Kirche und Staat zu überschreiten."

Doch das Ziel mehr Einfluß auf den Staat auszuüben stammt nicht von Johannes Paul II. Bereits ende des 19. Jahrhundert forderte Leo XIII. in seiner Enzyklika:

"Sie [Katholiken], müssen wo auch immer möglich, in der Verwaltung von Zivilahngelegenheiten eindringen ... alle Katholiken sollten alles in ihrer Macht stehende tun, die Zusammensetzung des Staats und der Gesetzgebung auf den Grundsätzen der wahren Kirche zu veranlassen."